Im Schatten der Macht

Geschichte wird von Menschen gemacht – mit all ihren Idealen, Widersprüchen und Verstrickungen. Die Reihe Im Schatten der Macht widmet sich den komplexen Biografien von Persönlichkeiten, die grosse historische Prozesse beeinflussten oder von ihnen zerrieben wurden. Wir analysieren die inneren Kämpfe und äusseren Zwänge, die ihr Handeln bestimmten, und zeichnen so ein vielschichtiges und psychologisch tiefes Bild jenseits von Heldengeschichten und Dämonisierungen.

Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg – Eine Einführung

Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg: Wohltäterin oder Nazi-Unterstützerin?

Als Mutter Elisabeth ist sie zu einer Ikone der deutschen Nachkriegszeit geworden. Durch den von ihr mitbegründeten Verein Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte fanden Tausende Menschen Hoffnung und Halt. Doch plötzlich war ihr Ansehen bedroht: War ihre uneigennützige Hilfe nur Schein? Versteckte sich hinter der Wohltäterin eine heimliche Unterstützerin alter Nazi-Seilschaften?

Dieses Kurzbuch dringt zu den Hintergründen der Legendenbildung vor und nimmt die brisanten Gerüchte und Anschuldigungen unter die Lupe. Tauchen Sie ein in die Fakten und entscheiden Sie selbst: Wer war Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg wirklich?

Otto Ohlendorf – Der Antifaschist

Idealismus und Verstrickung

Ein Denker, getrieben von der Suche nach Freiheit und einer gerechten Ordnung. Als SS-Gruppenführer im Sicherheitsdienst (SD) versuchte er, dem NS-Staat mit internen Berichten einen kritischen Spiegel vorzuhalten.

Doch wie wurde dieser Mann, der die Unterdrückung von Völkern ablehnte, Teil der vernichtenden Vorgänge an der Ostfront? War sein Protest nur Fassade – oder Ausdruck tiefster Zerrissenheit?

Dieses Kurzbuch enthüllt Ohlendorfs Gedankenwelt anhand seiner persönlichen Schriften. Entdecken Sie seine Auslegungen und die intellektuelle Darlegung über Anspruch und Realität im Zentrum der Macht – erzählt aus seiner eigenen Perspektive.

 

Hans Steup – Ein emigrierter »Kriegsverbrecher«

Was geschieht, wenn Loyalität zur tödlichen Falle wird und die Geschichte bereits ihr Urteil über Sie gefällt hat?

1933 trifft der junge Deutsche Hans Steup eine mutige Entscheidung: Er folgt seinem jüdischen Arbeitgeber und Freund ins Exil nach Paris, um dem NS-Machtgefüge zu entkommen. In Frankreich baut er sich eine neue Existenz auf und findet die große Liebe. Doch der lange Arm der Geschichte kennt kein Entkommen.

Im Mahlstrom des Zweiten Weltkriegs wird der deutsche Emigrant zum Spielball der Mächte: von den Franzosen als Feind interniert, von den Deutschen zwangsrekrutiert und schließlich zu einer Tätigkeit gezwungen, die sein Leben für immer zeichnen wird.

Die wahre Tragödie beginnt jedoch nach dem Krieg. Der Mann, der aus Deutschland floh, wird von einem französischen Militärgericht als angeblicher »Kriegsverbrecher« zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Während seine Welt in den Mühlen einer unbarmherzigen Justiz zerbricht, kämpft er mit letzter Kraft um das Einzige, was ihm noch geblieben ist: seine Ehre.

Basierend auf sorgfältig geprüften, überlieferten Dokumenten und persönlichen Zeugnissen, erzählt dieses Buch die wahre, erschütternde und bewegende Geschichte eines Mannes, der dem Sog der großen Kollektive entkommen wollte und von ihnen verschlungen wurde.

Entdecken Sie ein fast vergessenes Schicksal, das unbequeme Fragen über Gerechtigkeit, Schuld und die etablierten Narrative der Nachkriegszeit aufwirft.

Eine Lektüre, die Sie nicht mehr loslassen wird!

Georg Stütz – Ein stellvertretender »Kriegsverbrecher«

Wie wird ein unbescholtener Bürger zum Todeskandidaten?

Georg Stütz ist ein einfacher Mann, ein Familienvater, der seit 22 Jahren als angesehener Bruchmeister in einem Steinbruch arbeitet. Sein Leben verläuft in geordneten Bahnen, fernab der großen politischen Verwerfungen seiner Zeit.

Doch ein einziger, verhängnisvoller Tag im Juli 1944 ändert alles. Ein britischer Kriegsgefangener kommt zu Tode, und Stütz wird Zeuge des Vorfalls. Eine erste Untersuchung spricht ihn von jeder Schuld frei. Monate später jedoch wird er verhaftet und vor ein britisches Militärgericht gestellt. Die Anklage: Anstiftung zum Mord, basierend auf den widersprüchlichen Aussagen zweier ehemaliger Gefangener.

Was folgt, ist ein albtraumhafter Prozess, in dem entlastende Beweise ignoriert und die Motive der Belastungszeugen kaum hinterfragt werden. Es ist der ungleiche Kampf eines Einzelnen gegen die unerbittlichen Mühlen einer Nachkriegsjustiz, die nach Schuldigen sucht.

Eine wahre Geschichte, die unbequeme Fragen stellt: Was ist Gerechtigkeit, wenn die Sieger urteilen? Und wie kann ein einzelner Mensch gegen die Mühlen der Geschichte bestehen?

Peter Robert Landsberg – Ein jüdischer »Kriegsverbrecher«

Was ist Wahrheit, wenn die Geschichte von den Siegern geschrieben wird?

Peter Robert Landsberg, ein deutscher Jude, beginnt in Frankreich ein neues Leben. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Land, das seine neue Heimat wurde, zu einer Falle. Was folgt, ist ein achtjähriges Martyrium durch die unerbittlichen Mühlen einer Nachkriegsjustiz, die in ihrem Durst nach Sühne die Grenzen zwischen Täter und Opfer auf tragische Weise verwischt. In den berüchtigten Gefängnissen von Fresnes und Clairvaux, umgeben von französischen Kollaborateuren und anderen deutschen Inhaftierten, beginnt für Landsberg eine unerwartete Reise an die Abgründe menschlichen Leidens – und zu einer unerschütterlichen inneren Stärke.

Dieses Buch, basierend auf seinen eigenen, ergreifenden Aufzeichnungen, ist die Chronik einer Justiztragödie und zugleich ein zutiefst inspirierendes Zeugnis über die Kraft des Glaubens. Es ist die unvergessliche Geschichte eines Mannes, der, von der Geschichte zum Verbrecher gestempelt, im Stillen für andere zum Symbol der Hoffnung wurde.